10. Jahrgang

 Januar/Februar 2004 

Gemeinde Dallgow-Döberitz

Amtsblatt und lokale Meldungen für die Gemeinde Dallgow-Döberitz

 

WIRRWARR UM POSTLEITZAHLEN

Nachdem Seeburg am 26.10.2003 in die Gemeinde Dallgow-Döberitz eingegliedert wurde, bewegt seit einiger Zeit ein Thema in herausragender Weise insbesondere die Seeburger Gemüter: Die Verwendung der Postleitzahl. Hintergrund war zunächst ein Schreiben der Deutschen Post AG Niederlassung Brief vom 02.12.2003 an die Gemeindeverwaltung Dallgow-Döberitz. Unter der Überschrift: Postalischer Nachvollzug kommunaler Neugliederungsmaßnahme/Angleichung der postalischen Bestimmungsortsangaben an den Gemeindenamen schrieb die Deutsche Post AG, dass sie nach der geltenden Rechtsprechung verpflichtet sei, den gesetzlichen Gemeindenamen als postalische Bestimmungsortsangabe zu übernehmen. Voraussetzung hierfür sei zum einen die Anpassung der Zustellorganisation der Post an die neuen Gemeindegrenzen, zum anderen die Notwendigkeit der Änderung der Postleitzahl für den Ort Seeburg von "14476" nach "14624". Gleichzeitig wurde zugestanden, den ehemaligen postalischen Bestimmungsort (Seeburg) in der Postanschrift oberhalb der Straßenangabe anzugeben. Die Verwaltung musste die Mitteilung der Post so auffassen, dass  eben ab sofort für Sendungen nach Seeburg "14624 Dallgow-Döberitz" ggf. mit dem Zusatz "Seeburg" anzugeben sei. Außerdem sollten baldmöglichst doppelt vorhandene Straßennamen geändert werden. Um dieser Vorgabe gerecht zu werden, wurden von Seiten der Gemeindeverwaltung diverse Maßnahmen intern in die Wege geleitet, um entsprechende Anschriften zu ändern. Dies hatte allerdings, wie inzwischen bekannt ist, fatale Folgen. Durch die Tatsache, dass Seeburg zu einem anderen Postleitgebiet gehörte als Dallgow-Döberitz, vermochte es die Post nicht, Sendungen ordnungsgemäß, dass heißt in der Regel einen Tag nach Aufgabe (früherer Werbeslogan: X+1) zuzustellen. Diverse Briefe irrten regelrecht im Dschungel des Postapparates hin und her. Schreiben verschwanden, oder gingen erst mit etlichen Tagen Verspätung bei ihren Empfängern ein. Verständlicherweise verursachte dies erheblichen Ärger. Ein Ärger, der bis heute nicht vollständig ausgeräumt ist. Nachdem die Gemeindeverwaltung in ihrem EDV-System zunächst Adressen geändert hatte, um den neuen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, eben diese Briefe mit neuen Anschriften aber nicht oder verspätet beim Empfänger ankamen, was zum Teil zu massiven Beschwerden führte, ruderte die Post plötzlich zurück. Sie wollte nun plötzlich die Gemeindegebietsreform nicht mehr "postalisch nachvollziehen", bis nicht doppelte Straßennamen angepasst seien. Also sollte wieder "14624 Dallgow-Döberitz" und "14476 Seeburg" geschrieben werden. Gerade so, als ob es den Gemeindezusammenschluss gar nicht gegeben hätte. Trotzdem geht der Wirrwarr, was die Zustellung von Postsendungen angeht, munter weiter. Manches mit alter Anschrift kommt an, manches nicht oder nur mit Verzögerung, desgleichen gilt für Post mit der neuen Adresse. Es scheint, als wüsste die Deutsche Post AG selbst nicht so recht, was sie eigentlich will. Natürlich brachte dies alles betroffene Seeburger Bürger in Rage, die Angelegenheit fand breiten Raum in der letzten Gemeindevertretung. Schließlich wurden Unterschriften gegen die Veränderung der Postleitzahl gesammelt. Bisweilen erinnert das Durcheinander und die Aufregung darüber an eine preußische Provinzposse. Man ist geneigt, künftig eher von einer POSTLEIDZAHL zu reden. Jedem musste doch eigentlich bewußt sein, dass die Eingemeindung Seeburgs nach Dallgow-Döberitz zu Veränderungen bei der postalischen Anschrift führen würde. Trotzdem hatte sich eine deutliche Mehrheit der Seeburger für die Fusion mit Dallgow-Döberitz ausgesprochen.  Klar ist jedenfalls, dass für die Post die Verwendung einer "richtigen" Postleitzahl so etwas wie sakrosankt ist. So brachte es die Post fertig, dem Verfasser dieses Artikels einen Brief, abgestempelt am 23.12.03, am 10.01.04 zuzustellen. Der Grund war wohl, dass der Absender bei der Adressierung versehentlich als Postleitzahl "12007" anstatt "12307" Berlin angegeben hatte, obwohl die betroffene Straße in Berlin nur einmal existiert. Warum deshalb ein Brief 18 Tage herumirrt, bleibt ein Geheimnis der Deutschen Post AG. Zurück zu Seeburg. Klar scheint, dass zu einem bestimmten Stichtag, dies könnte möglicherweise der 01.07.04 oder auch später sein, die Gemeindegebietsreform "postalisch nachvollzogen" wird. Das heißt, dass Briefzusteller umgesetzt und die Postleitdaten offiziell durch die Post veröffentlicht werden. Ab diesem Zeitpunkt wird die Postzustellung für die gesamte Gemeinde Dallgow-Döberitz einschließlich des Ortsteils Seeburg vom Zustellstützpunkt Falkensee erfolgen. Der für Seeburg bisher zuständige Zustellstützpunkt Potsdam entfällt. Die Postleitzahl wird einheitlich "14624" sein. Doppelte Straßennamen dürfen dann nicht mehr vorkommen, das heißt, die Gemeindevertretung wird in Kürze in 2 Fällen eine Namensänderung beschließen (z.B. Dorfstraße). Zum Zeitpunkt dieser postalischen Änderung wird die Deutsche Post AG mit einer Wurfsendung an alle betroffenen Haushalte umfassend über die Neuerungen informieren. Außerdem wird eine 6monatige Übergangsfrist eingeräumt. Üblicherweise liegt die Größe für eine eigene Postleitzahl, hinter der sich eine Zustellbezirksgruppe der Post verbirgt, bei circa 25.000 Einwohnern. Daher wird es nicht aufrecht zu erhalten sein, dass Seeburg die bisherige "14476" weiter verwenden darf. Wie bereits anfangs erwähnt, wird der Name "Seeburg" aber nicht zwingend getilgt. Jedem steht es frei, den Namen "Seeburg" an die von der Post vorgesehenen Stelle (zwischen Name des Adressaten und Straße) zu setzen.