Baubeginn für einen neuen Kindergarten in Seeburg
HILTRUD MÜLLER
SEEBURG. Den Bauzaun, an
dem sich die Kinder nun langschlängeln müssen, haben sie mit lustigen
Selbstporträts und farbenfrohen Luftballons geschmückt. Denn gestern war wieder
einmal ein Festtag für Seeburg. Die kleine Gemeinde im nordöstlichsten Zipfel
des Landkreises feierte Grundsteinlegung für den neuen Kindergarten, der direkt
neben der alten Baracke -einst ein LPG-Gebäude, heute Kindertagesstätte und später
vielleicht ein Freizeithaus - entstehen wird.
Zu dieser
lnvestition hatte sich die Gemeinde durchgerungen, weil eine Sanierung des
alten und unzulängliche Gebäudes auch nicht billiger gekommen wäre.
Was nun Architekt
Joachim Schmidt aus Paaren vorgelegt hat und yon Handwerkern aus der Region
verwirklicht wird, passt sich gut in die vorhandene Bebauung, ein. Es wird ein
Haus für 36 Kinder werden - solide gemauert Stein auf Stein -, das am Ende etwa
1,1 Millionen Mark kosten soll. Damit wird man auch mühelos den neuen
Raumstandards entsprechen, die u,a. jedem Kind mindestens 3,5 Quadratmeter
Spielfläche zumessen. Die Spielzimmer werden dann einen direkten Zugang zum
Garten haben, ein Sportraum kommt hinzu, Ausgabeküche, Verwaltungsräume...
Bürgermeister
Jürgen Hemberger war die Freude unschwer anzusehen, dass der Kindergarten im
Dorf bleibt - die einzige kommunale Einrichtung, die Seeburg noch verblieben
ist. „Wir bauen sehr gerne für unsere Kinder, weil wir auf die Kinder
bauen", bekräftigte er vor der kleinen Festgesellschaft. Und er dankte dem
Landkreis für die Bereitstellung der 700 000 Mark Fördergelder, ohne die der
Neubau für die kleinen „Seeburger Früchtchen" ein Wunschtraum geblieben
wäre. Was er tunlichst verschwieg: Die Kreisverwaltung hatte die Seeburger aber
auch allzu lange mit der Baugenehmigung hingehalten, denn eigentlich sollte
schon Ende yergangenen Jahres Baubeginn sein.
Amtsdirektor Hark
Peter Moritzen indes lobte sein adrettes, kleines Vorzeigedorf Seeburg für die
Courage und Zielstrebigkeit, mit der es seine eigenen Angelegenheiten zu regeln
versteht - und das in einer Zeit, da man solche Fähigkeiten den kleinen
Gemeinden im Lande absprechen will.

FOTO: DSJ
In die Kassette für den Grundstein packte Architekt
Joachim Schmid (M) neben den bald äußerst rar werden deutschen Münzen
auch diese „Handschrift der Hausherren“, und Bürgermeister Jürgen Hemberger (r.)
fand's gut so.